Indexed metadata

Mathematische Modellierung der Hypothalamus-Hypophysen-Schilddrüsen Achse

Clara Horvath, Andreas Körner

Source record

Source: Crossref

Published: Jun 8, 2026

DOI: 10.1007/s41969-026-00310-z

Open original source ↗

Source abstract

Zusammenfassung Die Analyse komplexer physiologischer Prozesse stellt eine zentrale Herausforderung der modernen Medizin dar, insbesondere wenn mehrere Organe über nichtlineare Rückkopplungsmechanismen miteinander interagieren. Ein zentrales Beispiel hierfür ist die Hypothalamus-Hypophysen-Schilddrüsen-Achse (HPT-Achse), deren Dynamik durch ein fein abgestimmtes Zusammenspiel hormoneller Prozesse und Rückkopplungsmechanismen geprägt ist. Einzelne klinische Messwerte liefern dabei oft nur momentane Zustandsinformation und lassen keine direkten Rückschlüsse auf die zugrunde liegenden dynamischen Prozesse zu. Mathematische Modelle bieten hier die Möglichkeit, diese Dynamik explizit abzubilden und Zusammenhänge zwischen verschiedenen Einflussgrößen strukturiert zu analysieren. Im Rahmen der Modellbildung werden biologische Prozesse in formalisierte mathematische Strukturen überführt, typischerweise in Form gewöhnlicher Differenzialgleichungen. Diese beschreiben die zeitliche Entwicklung von Hormonkonzentrationen unter Berücksichtigung von Produktion, Abbau, Transport und regulatorischen Rückkopplungen. Der Kompartmentansatz ermöglich dabei eine strukturierte Zerlegung des Systems in funktionelle Einheiten, während nichtlineare Modellbausteine wie die Michaelis-Menten-Kinetik enzymatische Prozesse realitätsnah erfassen. In der Literatur existiert eine Vielzahl von Modellen mit unterschiedlichem Detailierungsgrad und Zielsetzung, die von statischen Zusammenhängen bis hin zu hochdimensionalen dynamischen Systemen reichen. Diese Modelle erlauben unter anderem die Analyse von Stabilität, Sensitivität der Modellparameter und langfristigem Systemverhalten sowie die Integration klinischer Daten zur Parameterbestimmung. Gleichzeitig zeigen sich jedoch klar Grenzen. Viele Modelle erfassen nur Teilaspekte der physiologischen Realität, wurden mit unzureichenden Datensätzen validiert oder weisen ein vereinfachtes dynamisches Verhalten auf. Mathematische Modelle stellen dennoch ein vielversprechendes Werkzeug dar, um das komplexe endokrine System besser zu verstehen. Für eine zukünftige klinische Anwendung sind jedoch noch umfassende Validierungen, weiterführende analytische Charakterisierungen sowie eine stärkere Integration klinischer Daten erforderlich.

Evidence graph

No public relationships recorded yet.

Integrity note: This page is a factual metadata record created by deterministic ingestion. It is not a claim that the work moves a mathematical frontier or has been independently verified.