Kognitive Funktionen von Gesten beim mathematischen Arbeiten
Alexander Salle, Christina Krause
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Source: Crossref
Published: Jun 10, 2020
DOI: 10.1007/s13138-020-00169-w
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Zusammenfassung In den letzten Jahren rücken Gesten und ihre Rolle für das Lehren und Lernen von Mathematik vermehrt in den Fokus der mathematikdidaktischen Forschung. Dabei werden vor allem die sozialen Aspekte der Gestennutzung untersucht, wie beispielsweise ihre Bedeutung für die Konstruktion von Wissen in sozialen Interaktionen, Arten der Repräsentation von Gesten sowie die Auswirkung der Gesten von Lehrenden. Wenig hingegen ist bekannt über die kognitiven Funktionen, die Gesten beim mathematischen Lernen für einzelne Lernende erfüllen. Um besser zu verstehen, auf welche Weise Gesten zu mathematischen Lernprozessen beitragen können, wird in diesem Beitrag eine Theorie aus der Psychologie für mathematische Lern- und Denkprozesse adaptiert, nach der die vier kognitiven Funktionen des Aktivierens, Manipulierens, Strukturierens und Explorierens unterschieden werden. Um das Potential dieser sogenannten Gesture-for-Conceptualization Hypothesis für das Verständnis kognitiver Prozesse im Kontext der Mathematik zu untersuchen, werden Daten aus zwei Studien gemeinsam analysiert, in denen sich Studierende mit Lösungsbeispielen und Problemen aus dem Bereich der Trigonometrie auseinandersetzen und dabei laut denken. In den Analysen zeigt sich, dass sich bestimmte kognitive Funktionen vermehrt in typischen mathematischen Situationen wiederfinden. Konkret wird dies an exemplarischen Fällen zur Verifikation von Hypothesen, Situationen des funktionalen Denkens und bei der Nutzung spezifischer Darstellungen expliziert.
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